Thesen zur Podiumsdiskussion
Diversity Management ist kein neues Management-Programm, sondern eine ganzheitliche und differenzierende Neuorientierung der betrieblichenOrganisationsentwicklung, des betrieblichen Change Managements.
Das Diversity Management ist in der BRD heute im Wesentlichen eine Initiative größerer Unternehmen. Sonst liegen fast nur Vorarbeiten in Gestalt von Ideen, Konzepten und Visionen vor. Es liegen zudem so gut wie keine Erfahrungsberichte vor. (in öffentlichen Verwaltungen und sozialen Organisationen spielt DM durchaus schon eine beachtliche Rolle).Frage: Wie kann man den Transfer auf kleinere Unternehmen leisten, wie kann man vorhandene Institutionen, Funktionen und Funktionsträger nutzen?
Diversity Management ist – nach der Idee – ein kontinuierlicher, alle Bereiche eines Unternehmens durchdringender Prozess. DM ist also angewiesen auf stetige Prozesse der Evaluation, der Rückkopplung, der Bewertung, des Vergleichs und der kontinuierlichen Revision.
Die Implementierung des Diversity Managements ist in der Realität ein zäher und langwieriger Prozess. Das strategische Vorgehen ist sowohl Top–Down als auch Bottom-Up. Die gestaltende Führungsriege muss unterstützen, aber auch experimentelle Erprobungen im kleinen Rahmen müssen ermöglicht werden.
Bei den Akteuren und „Propagandisten“ des Diversity Managements spiegelt sich „Diversity“ nicht zwangsläufig und im nötigen Umfang wieder!
Die gesellschaftliche Transformation (Globalisierung und Migration) schafft mittelfristig neue „Normalitäten“ bei den Individuen (interkulturelle Kompetenz, Ambiguitätstoleranz, Befähigung zum Perspektivenwechsel). Die Vorstellung
von kultureller „Reinheit“ wird aufgegeben werden. Die Relativität von Normen und Werten und die Gegenposition im Sinne einer universellen „Leitkultur“ werden die öffentliche Diskussion prägen.
Die Schulung interkultureller Kompetenz als eines wesentlichen Bestandteils des Diversity Management ist eine wesentliche Aufgabe des fortschrittlichen Managements. Interkulturelle Kompetenz ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor und Wettbewerbsvorteil für Unternehmen.
Die interkulturelle Sensibilität basiert auf der Sensibilität für unterschiedliche Haltungen, Sprachmuster und kulturelle Codes in gesellschaftlichen Subkulturen. Die kulturelle Homogenität einer Gesellschaft ist zunächst eine Fiktion. |