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Fahrerschulungen für Verkehrsbetriebe
(nach Richtlinie 2003/59/EG)

Künftig dürfen nur diejenigen Fahrer gewerblich Personen befördern oder Güter transportieren, die neben einem gültigen Führerschein auch über einen gültigen Befähigungsnachweis nach Richtlinie 2003/59/EG verfügen.

Für den Berufskraftfahrer hat sich bereits einiges verändert. Von ihm wird erwartet, dass er mit seinem Verhalten stärker zum positiven Image des Unternehmens beiträgt und die Konkurrenzfähigkeit seines Unternehmens durch vorbildliches Verhalten erhöht. Zu diesem Zweck wird der Berufskraftfahrer verpflichtet, einen Nachweis über seine Schulungen zu führen und diesen Nachweis alle 5 Jahre zu erneuern. Zunächst gibt es eine Übergangsfrist bis 2013. Ab dem 1. Januar 2013 aber dürfen sich nur noch Kraftfahrer auf europäischen Straßen bewegen, die diese Schulungen nachweislich absolviert haben. Dabei wird die Richtlinie 2003/59/EG umgesetzt und der Erwerb der Pflicht-Qualifikationen nachgewiesen.

Inhalte der Qualifizierungsmaßnahme

Das Dienstleistungstraining für Busfahrer, das von der Grundig Akademie in Zusammenarbeit mit der VAG entwickelt wurde, um die Richtlinie frühzeitig umzusetzen und die Fahrer rechtzeitig fundiert zu qualifizieren, basiert auf den Vorgaben der EU und hat sich in der Praxis bereits bewährt.
Die wesentlichen Inhalte werden im Folgenden beschrieben.

Das wirtschaftliche Umfeld des Personenverkehrs und die Marktordnung

Zunächst werden das wirtschaftliche Umfeld des Personenverkehrs und die Marktordnung beleuchtet. Dabei werden den Teilnehmern die neuen Richtlinien und Vorgaben der EU dargelegt. Was wird in Zukunft von den Fahrern erwartet werden? Welche Qualitätsfaktoren sind wichtig?
Wichtige Qualitätsfaktoren sind:
l Zuverlässigkeit – Das Dienstleistungsangebot ist gut und erfolgt im richtigen Moment
l Reaktion – Das Personal muss bereit sein, rasch zu reagieren.
l Kompetenz – Über die notwendigen Kenntnisse / Fähigkeiten verfügen.
l Erreichbarkeit - Das Unternehmen muss leicht und effizient erreichbar sein.
l Freundlichkeit - Der Kunde ist vom Personal freundlich und mit Respekt zu behandeln.
l Kommunikation - Der Kunde ist in einer Sprache zu informieren, die er versteht.
l Glaubwürdigkeit - Vertrauenswürdigkeit, Ehrlichkeit, die das Unternehmen an den Tag legt.
l Sicherheit - Den Kunden vor Gefahren /Risiken bewahren.
l Verständnis - Den Kunden verstehen, sich in seine Lage versetzen.

Sensibilisierung für die Bedeutung einer guten körperlichen und geistigen Verfassung

Im zweiten Seminarteil werden die Teilnehmer für die Bedeutung einer guten körperlichen und geistigen Verfassung sensibilisiert. Wie reagiert man in Stressituationen angemessen? Als Fahrer muss man Techniker, Pfarrer, Seelsorger, Psychologe und Sozialarbeiter in einer Person sein. Kurz, kundenorientierter Dienstleister. Diese Anforderungen stellen eine enorme Herausforderung für jeden Einzelnen dar.
Laut einer europäischen Studie an 5000 Busfahrern werden diese im Durchschnitt nicht älter als 67 Jahre. Das bedeutet, die Gesunderhaltung der Fahrer ist ein Thema für die Firma. Als Fahrer steht man ziemlich alleine da. Schichtdienst, unregelmäßige Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme, kurze Pausen, schwierige Verkehrssituationen und komplizierte Fahrgäste tragen ihren Teil zur starken Arbeitsbelastung bei. Hat man zu viele negative Erlebnisse, entsteht eine Tendenz, nur noch die negativen Dinge zu sehen. Diese Dinge verursachen und verstärken Stress und drängen nach Entladung. In der sitzenden Tätigkeit kommt auch noch Bewegungsmangel hinzu. Deshalb ist es wichtig, einen Ausgleich zu haben. Der kann über private Hobbies oder über Sport erfolgen. Bereits 10 Minuten Fußweg täglich geben dem Körper schon die Fähigkeit zurück, sich psychisch und physisch ausreichend zu erholen.

Wie kann die Fahrerin, der Fahrer zu einem positiven Image des Unternehmens beitragen?

Im dritten Seminarteil geht es um das Image des Unternehmens. Wer mit Menschen und ihren unterschiedlichen Befindlichkeiten nicht umgehen kann, schädigt das Image der Firma und schadet dadurch ihrer Wettberwerbsfähigkeit. Deshalb müssen die richtigen Verhaltensweisen eingeübt und trainiert werden. Der Fahrer trägt als Firmenvertreter im Bus entweder zu einem positiven oder zu einem negativen Image des Unternehmens bei.

Eingeübt werden Verhaltensweisen, die zu einem positiven Image beitragen:
l Die Fahrgäste ansehen und grüßen
l Ihre Fragen beantworten (Linie, Tarif, etc)
l Beschwerden weiterleiten
l Auf Sauberkeit im Fahrzeug achten
l Sicher und unfallfrei die Menschen ans Ziel zu bringen
l Pünktlichkeit
l Lächeln, geduldig und höflich sein
l Hilfsbereitschaft: Absenken des Einstiegs
l Behinderte ansprechen, ob sie Hilfe wünschen
l Älteren Menschen oder Frauen mit Kinderwagen behilflich sein
l Humorvoll Situationen entschärfen
l Tolerant und gelassen gegenüber den unterschiedlichen Fahrgastgruppen sein
l Rücksichtnahme
l Nachzügler mitnehmen
l Auf andere Verkehrsteilnehmer achten
l In Streitsituationen beschwichtigen oder bei Bedarf Meldung an die Polizei machen
l Mängel am Fahrzeug der Werksatt berichten
l Dienstkleidung tragen inklusive dem Namensschild

Abschlussdiskussion mit Verbesserungsvorschlägen

In der Abschlussdiskussion haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, Fragen, Beschwerden, Anliegen und Wünsche direkt an die Führungskräfte zu adressieren und dafür zu sorgen, dass diese entweder sofort geklärt oder weiter geleitet werden. Ziel ist es, eine für alle befriedigende Lösung zu erreichen. Die Mitarbeiter können aus ihrer Praxis heraus ihre Anliegen offen, konkret und direkt an ihre Führungskräfte herantragen. Das Vorgehen hat sich bewährt und die Ergebnisse können sich sehen lassen.