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Anerkannte Weiterbildung zum Energieberater

mit der Berechtigung zur Ausfertigung von Energieausweisen für Wohngebäude im Bestand und für Nichtwohngebäude

Seminarzeiten

Montag bis Donnerstag
von 8.00 Uhr bis 15.45 Uhr
Freitag
von 8.00 Uhr bis 13.00 Uhr

Prüfungen, Abschlüsse und Zertifikate

Nach Abschluss der Ausbildung und bei Vorliegen der Qualifikationsvoraussetzungen können die Teilnehmer eine geförderte Vor-Ort-Energieberatung (nach BAFA) durchführen und sind in der Lage Energieausweise für Wohngebäude (nach Anlage 11 der EnEV 2007) sowie einen Energieausweis für Nichtwohngebäude zu erstellen.
Die Teilnehmer erhalten dazu ein anerkanntes Zertifikat über die Teilnahme.

Finanzielle Förderung

Dieses Seminar ist von einer Fachkundigen Stelle geprüft und anerkannt. Die Arbeitsagenturen und ARGEn übernehmen bei entsprechenden Voraussetzungen die Förderung. Über Einzelheiten geben die Vermittler/innen der zuständigen Agenturen Auskunft.
Bei Lehrgängen, deren Kosten von Dritten getragen werden, hat der/die Teilnehmer/in ein Rücktrittsrecht, wenn die Kostenübernahme für ihn/sie nicht erfolgt. Kosten entstehen ihm/ihr hierbei nicht.

Maßnahmeträger

Grundig Akademie für Wirtschaft und Technik
Gemeinnützige Stiftung e.V.
Beuthener Straße 45
90471 Nürnberg
Tel.: 0911 40905-01
Fax: 0911 40905-58

Ansprechpartner und Beratung

Frau Dr. Hannedore Nowotny
Tel.: 0911 40905-41

Anmeldung

Frau Birgit Guthmann
Tel.: 0911 40905-27


Die Anmeldungen müssen schriftlich erfolgen.

 

Dauer

480 Unterrichtsstunden

Ziele

Nach Meinung von Experten kommt ca. die Hälfte aller Anlagen und Gebäude im Wohn- und Nichtwohnbau der Bundesrepublik für eine energetische Modernisierung in Betracht. Dafür sind gewerkeübergreifende Fachkenntnisse unabdingbar. Diese erwerben Sie in der Weiterbildung zum Energieberater. Sie lernen, Energieeinspar-, Sanierungs- und Modernisierungskonzepte gewerkeübergreifend für die gesamte Anlagentechnik, Gebäudeautomation und auch für den Baukörper unter Berücksichtigung der Energieeinsparverordnung sowie der künftigen Europäi-schen Gebäuderichtlinie zu erstellen sowie deren Ausführung und Einhaltung zu überwachen. Die Weiterbildung vermittelt Ihnen umfangreiches Wissen über das Zusammenspiel aller für die energetische Betrachtung relevanten Gewerke der Anlagentechnik und des Baukörpers.
Im zweiten Teil werden theoretische Grundlagen zur Anwendung der neuen DIN V 18599 und damit die Erlangung der Berechtigung zur Ausstellung von Energieausweisen für Nichtwohnge-bäude vermittelt.

Zielgruppe

Absolventen von Diplom-, Bachelor- oder Masterstudiengängen an Universitäten, Hochschulen oder Fachhochschulen in
a) den Fachrichtungen Architektur, Hochbau, Bauingenieurwesen, Technische Gebäudeausrüs-tung, Bauphysik, Maschinenbau oder Elektrotechnik, oder
b) einer anderen technischen oder naturwissenschaftlichen Fachrichtung mit einem Ausbil-dungsschwerpunkt auf einem unter Buchstabe a) genannten Gebiet.
(siehe Anlage ENEV 2007 Anlage 11)

 

Lehrgangsinhalte

Abschnitt A – Energieberater (BAFA) / Energieausweis für Wohngebäude im Bestand

Teil 1 – Grundlagen der Energieberatung 80 Std.

Umwelt und Energiewirtschaft
I Klimaproblematik
I Umweltbelastung
I Reserven, Ressourcen
I Fossile Energieträger, Kernenergie, regenerative Energieträger
I Regenerative Energieträger
I Primär- Sekundär- End- und Nutzenergie, Begriffe
I Energiemärkte und Versorgungsstruktur
I Preisbildung, Preisentwicklung
I Tarifstrukturen bei leitungsgebundenen Energien, Preisbildung

Rechtliche und technisch, physikalische Grundlgen
I Rechtliche Grundlagen
I Technisch, physikalische Grundlagen
I Facility - Management, Festlegungen in VDI 3809

Softwareprogramme für die Vor-Ort-Beratung
I Überblick über die am Markt angebotenen Softwareprogramme für
den Einsatz für die Vor-Ort-Beratung
I Erfahrungswerte beim Einsatz
I Eingehende Vorstellung des Programms „Der Energieberater
Professional“ als Grundlage für die Anwendung in den weiteren
Modulen

Fördermöglichkeiten
I Informationsüberblick von Fördermöglichkeiten für Maßnahmen zur Reduzierung des Energieeinsatzes
I KfW – Förderprogramme für Neubau und Bestand
I KfW – Förderprogramme für KMU ( informativ )
I BAFA vor Ort – Förderprogramm einschl. Neuerungen 2008 zur Thermografie u. Elektroenergieanwendung
I BAFA Marktanreizprogramme z.B. Erneuerbare Energien
Förderatlas der BINE
I Sonst. Fördermaßnahmen

Aufbau einer Energieberatung
I Was ist Energieberatung?
I Schritte der Energieberatung
I Ausarbeitung eines beispielhaften Gutachtes durch einen zugelassenen Berater anhand der Checkliste zur Ausarbeitung von Beratungsberichten

Wirtschaftlichkeitsberechnung
I Berechnung der Wirtschaftlichkeit mit den Teilkosten
I Vergleich verschiedener Rechenmodelle (VDI 2067, BGW, etc.)
I Wärmepreisberechnung

Teil 2 – Bautechnik, Bauphysik 80 Std.

Bautechnische Grundlagen
I Standortbedingungen für energiesparendes Bauen
I Nutzung der örtlichen Klimabedingungen
I Quartierplanung
I Bauleitplanung

Ausrichtung und Gestaltung von Gebäuden
I Niedrigenergiehaus, Passivhaus, solares Bauen, klimagerechter Gebäudeentwurf und Wärmespeicherungsvermögen

Baustoffkunde
I Baustoffe, Eigenschaften und Einsatzgebiete
I grundsätzliche Konstruktionen für Wände, Fenster, Dach und Decken
I Wärmebrücken
I Wärmedämmstoffe und –systeme im Vergleich

Grundlagen des Wärme- und Feuchteschutzes
I Temperaturverlauf in Bauteilen
I Glaser-Diagramm
I Nutzereinfluss
I Wärmebrücken

Messtechnik im Bauwesen, insbesondere Thermografie u. Blower Door

EnEV (Energiesparverordnung) und Energieausweis Gegenüberstellung der Fassung 2007 und 2009 Grundbegriffe
I Jahresprimärenergiebedarf
I Anlagenkennzahl
I Primärenergiefaktor
I Trinkwarmwasserbedarf  etc.
I Vorschriften für den Neubau
I Übergangsregelungen für den Gebäudebestand
I Erstellung eines Energieausweis im Neubau und im Gebäudebestand
I Ermittlung des Jahresheizwärmebedarfs ( Gegenüberstellung DIN 4108 T6 zu DIN V 18599)
I Praktisches Beispiel für die Berechnungsverfahren

Spezielle energierelevante Normen und Vorschriften
I DIN 4108 (Wärmeschutz in Gebäuden), U-Wert-Berechnung
I Baulicher Feuchtschutz
I Dichtheit des Gebäudes
I DIN EN 12831 mit nationalem Anhang (Heizlastberechnung)’
I Kühllastberechnung VDI 2078

Anwendungsbereiche in der Praxis
I Außen-, Innen- und Dachdämmung unter Berücksichtigung des Feuchte-, Schall- und des sommerlichen Wärmeschutzes
I Dämmung an denkmalgeschützten Wohngebäuden (Innendäm mung) unter Berücksichtigung der Wärmebrücken, insbes. Der Anschlüsse der Fußböden, der Decken und Innenwände an die Außenwände
I Erfassung, Ausweisung, Berechnung und Vermeidung von Schwachstellen (Wärmebrücken, Lüftungswärmeverluste) unter Hinweis auf die Behaglichkeit durch Reduzierung von Zugluft und Fußkälte durch Sanierungsmaßnahmen

Teil 3 – Anlagentechnik / Technische Gebäudeausrüstung 120 Std.

Heizungs- und Lüftungstechnik, Abgastechnik
I Grundlagen und Grundbegriffe
I Brennstoffe
I Kesselbauarten
I Wärmepumpen
I Elektro-Direktheizung
I Regelungstechnische Anforderungen
I Verbrennungstechnik Öl, Gas, Festbrennstoffe,
I Preisbildung und Tarife
I Wärmeverteilung und -übergabe
I Warmwasserbereitungsanlagen
I Anlagenbewertung anhand VDI 3808
I Ermittlung der Anlagenkennzahl (DIN 4701 T10)
I Raumlufttechnische Anlagen (Komponenten, Auslegung und Optimierung)
I Solaranlagen zur WWB und Heizungsunterstützung
I Kraft-Wärmekoppelung (BHKW, Brennstoffzellen) Auslegung, Rahmenbedingungen
I Abgastechnik (FeuVo, 1. BimSchV etc)
I Erfassung, Berechnung und Ausweisung von Emissionsraten (CO2, NOx)
I Grundlagen TrGI, TRGF, TRBF
I Heizöltank, Gesetze und Rahmenbedingungen

Elektrotechnik
I Grundlagen der Gleich- und Wechselstromtechnik
I Grundsätzliche Funktionsweise von Halbleiterbauelementen
I Normen, Vorschriften, Regeln
I Energiesparende Elektrogeräte im Haushalt - Beurteilungskriterien
I Energiesparende Beleuchtungssysteme
I verschiedene Arten der Regelungstechnik, Leitungsgebunden, Funk
I Gebäudesystemtechnik
I Erzeugung elektrischer Energie
I Photovoltaik, praktische Ausf ührung
I Elektromaschinen

Teil 4 – Projektarbeit /Gruppenarbeit / DV-Einsatz 80 Std.

Projektarbeit / Gruppenarbeit

Abschlussprüfung – Ablaufplan
Die Abschlussprüfung besteht aus der Anfertigung einer kompletten Energieberatung sowie einer Kurzvorstellung vor einem Prüfungsgremium. Aufgabenstellung für die Anfertigung einer Energieberatung: Die Aufgabenstellung enthält alle relevanten Daten eines größeren Wohn- Büro- oder Geschäftsgebäudes, wie die Aufbauten der Bauteile, Zustand der Wärmeerzeugung, evtl. Klimatisierung, elektrische Einrichtung sowie Hinweise auf das Nutzerverhalten und die einzelnen Energieverbräuche.
Diese Aufstellung ist so gestaltet, wie sie auch der Berater bei seiner Objektbegehung aufnehmen würde.
Der Prüfling fertigt eine Energieberatung in schriftlicher Form an, in der er den Istzustand bewertet, Sanierungsmöglichkeiten aufzeigt sowie Kosten und Nutzen mit Hilfe einfacher Faustformeln abwägt und daraus sich ergebende Empfehlungen begründet.
Zeitrahmen: 4 Zeitstunden.

V-Einsatz in der Weiterbildung zum Energieberater

 

Abschnitt B – Energieausweis für Nichtwohngebäude

Teil 1 – Nichtwohngebäude bis 2 Zonen 60 Std.

Heizung
I Bilanzierung der Nutzerenergie
I Übergabe, Verteilung, Speicherung nach DIN V 18599 und DIN V 4108

Sanitär
I Warmwassersysteme: Erzeugung, Übergabe, Verteilung, Speicherung

Beleuchtung
I Bilanzierung
I Beleuchtung

Lüftung
I Bilanzierung v. Lüftungsanlagen

Gebäude
I Geometrisch, energetische Kennwerte
I Bauphysik
I Baukonstruktion
I Rechtliche und wirtschaftliche Randbedingungen, Beurteilung

Teil 2 Klimatisierung und additive Energien 60 Std.

Lüftung
I Bilanzierung Vollklimaanlagen Schnittstel¬le zur Heizungstechnik
I Kälteerzeugung: Übergabe, Verteilung, Speicherung, Befeuchtung

Additive Energien
I Wärmepumpe
I Photovoltaik
I Biomasse
I Wind
I einschließlich Kombinationen, Übergabe, Verteilung,
End- u. Primärenergiebedarf von Kraft-, Wärme-, Kopplung, z.B. BHKW Bauteiltemperierung, Aktivierung

 

* Der Lehrgang wurde vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle anerkannt