Den Wandel gestalten - Texte von Dr. Hans-Joachim Gergs

Die Kunst der strategischen Selbsterneuerung

Wie schaffen es Unternehmen sich vorausschauend zu transformieren, bevor sie durch eine Krise zum Wandel gezwungen werden?

Derzeit wird viel vom disruptiven Wandel gesprochen, also grundlegenden Veränderungsprozessen von Unternehmen. Ist es aber nicht besser, auf eine permanente Transformation zu setzen, also viele kleine Schritte als dauernde Veränderung mit dem Ziel einer kontinuierlichen Selbsterneuerung? Wie dies geht, beschreibt dieser Praxisbeitrag.

In den letzten Jahren haben wir gesehen wie schnell selbst große Unternehmen wie Kodak, Nokia und Black-Berry oder in Deutschland Quelle von Wettbewerbern und Veränderungen in ihren Branchen verdrängt werden können. In all den genannten Unternehmen gab es Möglichkeiten zu handeln, bevor die Krise  das Unternehmen erfasst hat.

Unternehmen und Mitarbeiter müssen sich heute kontinuierlich neu erfinden

In Zeiten der Digitalisierung und wachsender Marktdynamik brauchen Unternehmen die Fähigkeit, sich vorausschauend neu zu erfinden. Das „klassische“ Change Management, bei dem der Wandel erst dann angestoßen wird, wenn das Unternehmen durch äußere Umstände bedroht ist oder sich bereits in der Krise befindet, gerät an seine Grenzen.

Richard Foster von der University of Yale kommt in einer Untersuchung zur Lebensdauer der größten US-Konzerne zu einem markanten Befund:  Wurden diese Unternehmen vor 100 Jahren noch im Durchschnitt 67 Jahre alt, sind es heute lediglich 15 Jahre. Etwas langlebiger sind europäische Unternehmen, deren Durchschnittsalter 28 Jahre beträgt – Tendenz sinkend.