Mediationsausbildung Teilnehmer­befragung

Carlos Ruiz, Siemens AG. Leiter Qualitäts­management

Was hat Sie als Führungskraft motiviert, eine Mediationsausbildung zu machen?

Als Leiter einer Qualitätsmanagementabteilung habe ich ständig Kontakt mit Menschen, die an Prozessen beteiligt sind. Diese Prozesse laufen nicht immer reibungslos ab. Sehr häufig entstehen Fehler und zusätzlichen Kosten. Das verursacht automatisch Spannungen und Konflikte zwischen den Mitarbeitern. Konflikte lösen Emotionen aus und verbreiten sich häufig schnell. Werden Konflikte nicht aufgearbeitet und gelöst, ist das Risiko groß, dass sie eine unheilvolle Spirale des Vertrauensverlustes in Gang gesetzt wird.

Konflikte können nicht per Befehl behoben werden. Es bedarf einer systematischen und professionellen Vorgehensweise. Diese wollte ich unbedingt lernen.

Was hat sich für Sie in Ihrem Führungsalltag seither verändert?

Mein Verständnis über Konflikte hat sich radikal verändert. Wenn Unternehmen z.B. erfolgreich Veränderungsprozesse umsetzen wollen, müssen sie ihre Mitarbeiter mitnehmen und Konflikte gezielt, systematisch und professionell bearbeiten. Nicht immer sind Konflikte schädlich. Häufig eröffnen sie erst die Möglichkeit zur Veränderung und Weiterentwicklung. Konfliktbearbeitung sollte ein fester Bestandteil der Change-Management-Strategie bei jeder Unternehmensreorganisation sein.

Konflikte sind also gut!

Haben Sie dazu schon Feedback bekommen? Wenn ja, eher von Mitarbeitern oder anderen Führungskräften?

Ja. Das Feedback, das ich bekomme, drückt sich in Form von Anfragen für Workshops aus, bei denen Diskussionen moderiert werden sollen. Diese mediativen Fähigkeiten werden von anderen Führungskräften und Mitarbeitern sehr nachgefragt.

Welche meditativen Elemente setzen Sie Ihrem Führungsalltag ein?

Zuhören, Zuhören und Zuhören. Es ist überraschend, wie effektiv man sein kann, wenn mehr Zeit in das Zuhören investiert wird.