Produktentwicklung mit Root Cause Analysis (RCA)

Die Schaeffler Gruppe gehört zu den weltweit führenden Anbietern in der Wälzlagerindustrie und ist ein anerkannter Partner nahezu aller Automobilhersteller. Zur Unternehmensgruppe gehören drei Unternehmen: LuK, INA und FAG. Weltweit sind rund 54.000 Mitarbeiter an über 180 Standorten für den Erfolg des Unternehmens verantwortlich.
Der Bereich Technischer Versuch hat sich das Ziel gesetzt, die Root Cause Analysis (RCA) als professionelles Problemlösungswerkzeug in den Entwicklungsprozess aufzunehmen. Die Führungskräfte und Mitarbeiter wollten so den Problemlösungsprozess verbessern.

Unsere Aufgabe bestand darin, den Entwicklungsbereich durch Training und Coaching zu begleiten.

Erste Analyse

Nach den Erfahrungen des externen Beraters und den Ergebnissen einer Produktanalyse gab es keine unmittelbar eins zu eins auf die Problemstellung des Kunden übertragbare RCA. Dies erforderte die Anpassung eines RCA-Modells an die vorgegebene Konstellation.

Zielsetzung

In einem moderierten und vorbereiteten Workshop sollte die strukturierte RCA Methode an einem aktuellen, ungelösten technischen Problem des Kunden erprobt, adaptiert und ggf. als „Standard“ für die Entwicklung ausgewählt werden.
Im Mittelpunkt stand der technische Versuch, der Fehlerursachen möglichst strukturiert ermitteln und effizient bearbeiten soll. INA erwartete sich die systematische Ermittlung der besten, nicht erstbesten Lösung.

Pilotphase mit der ersten Gruppe

Im Kern stand ein zweitägiger Workshop, der die oben angeführten Ziele erreichen sollte.

  • Die Teilnehmer wurden von INA bestimmt und kamen interdisziplinär aus den Bereichen der Produktentwicklung, wie Anwendungstechnik, Erprobung/Versuch und Berechnung.
  • m Vorfeld stellte die GRUNDIG AKADEMIE (GA) aus den grundlegenden Verfahren zwei bis drei gegenüber.
  • Der Kunde wählte ein aktuelles, bisher „ungelöstes“ Problem für den Workshop aus.
    Beide verständigten sich auf eine der Methoden oder einen Mix und die Aufgabenstellung („Problem“) des Workshops. Dabei spielte es vor allem eine Rolle, das „Problem“ „richtig“ darzustellen.
  • Der Berater wählte in der Vorbereitung zum Workshop einzelne Werkzeuge (Kreativitäts-, Problemlösungs- und Qualitätstechniken) für die Phasen des Workshops aus und bereitete sich anhand des vereinbarten „Problems“ vor.

Dies wurde mit einem Verantwortlichen des INA-Teams abgestimmt.

Der Workshop wurde durchgeführt

  • Vereinbarung bzw. Wiederholung der Ziele des Workshop
  • Die Phasen der gewählten Vorgehensweise wurden im Workshop-Design eingehalten
  • Die „Analyse“-Phase sollte den zeitlichen und inhaltlichen Schwerpunkt bilden
  • Zu jeder Phase wurden die möglichen Werkzeuge (Kreativitäts-, Qualitäts-, Team-) dargestellt
  • Jede Phase wurde mit Zielsetzung und „lessons learned“ abgerundet
  • Im Abschluss des Workshops wurden die Phasen im Kontext besprochen, bewertet und vereinbart. Feedback auf das Gruppen-/Rollenverhalten erfolgte je nach Wunsch.
  • Nach der ersten Runde plante der Kunde die Implementierung der Methode als Standard/Prozedur mit unserer Begleitung.

Durchführungsphase

Nach der ersten Phase entschied sich der Kunde für die Implementierung der RCA als Standard Werkzeug.

  • In einem Kurzworkshop mit den Führungskräften und zwei Entwicklungsingenieuren wurden die Ergebnisse aus dem ersten Prozess reflektiert und die Zielsetzung sowie die Vorgehensweise für weitere Schritte festgelegt. Als Verbesserung gegenüber dem ersten Workshop wurden die verwendeten Formblätter beispielhaft ausgefüllt. Die Teilnehmer wurden durch den Trainer gezielt auf ihre Moderatorenrolle  vorbereitet und als Multiplikator sensibilisiert. Der nächste Workshop hieß somit RCA-Moderatorentraining.
  • Training RCA-Methode: Eine Entwicklungsgruppe mit max. 15 Personen wurde im Rahmen eines 2-tägigen Workshops durch die Methode geführt. INA entscheidet sich für eine praktische Phase. Zum Abschluss des Workshops werden den Teilnehmern mehrere aktuelle RCA-Praxisprobleme vorgestellt (ca. 2 Stunden), die sie in kleinen Teams lösen sollten.
  • RCA-Praxisproblem: Die Mitarbeiter erarbeiteten in ca. 6 bis 8 Wochen mit der kompletten RCA Systematik die Lösung für ein bisher ungelöstes Praxisproblem. Die Gruppen arbeiteten an verschiedenen Problemen. Intern wurden den Gruppen „Paten“ für die inhaltliche Beratung zur Verfügung gestellt. Der externe Berater stand den Gruppen telefonisch und per eMail zur Verfügung. Die Ergebnisse wurden eine Woche vor dem Transfer- und Supervisionsworkshop an den GA-Berater gesendet.
  • Review und Transferworkshop: In einem eintägigen Workshop wurden die  Arbeit und Ergebnisse der Teams einen Review unterzogen. Die inhaltliche Qualität und Probleme aus der Nutzung der Methode wurden besprochen und dokumentiert. Im zweiten Teil des Workshops wurde die Moderationsrolle anhand der eingesendeten Antworten diskutiert und mit Beraterinputs ergänzt.
  • In einem Abschlussgespräch reflektierten wir mit INA die Prozessergebnisse und Verbesserungsmöglichkeiten.

Ausblick

Derzeit plant der Kunde, die Systematik in den ausländischen Entwicklungsteams zu implementieren. Gemeinsam mit INA werden wir das Workshopsdesign landesspezifisch anpassen und die Unterlagen überarbeiten.

RCA in Kurzform

PReserve event data (Die Daten speichern)
Order the analysis (Die Analyse strukturieren)
Analyze the data using logic trees (Die Daten mit Hilfe von logischen Baumstrukturen analysieren)
Communicate findings and recommendations (Die Ergebnisse und Empfehlungen kommunizieren)
Track for bottom-line results (Auf grundlegende Resultate untersuchen)